Thema
der Woche
Kalenderwoche
15; Jahr 2003
Wie
wichtig ist der Sex?

Die Lust nach der "Lust" ist uns in die Wiege gelegt. Der Mensch hat
einen natürlichen Fortpflanzungstrieb. Nun ist der Sex, obwohl oft probagiert,
nicht alltäglich sonder zählt immer noch zu den Besonderheiten in
unserem Leben. Denn im Gegensatz zu den Tieren, empfinden wir Nähe und Zärtlichkeit
bei "der schönsten Sache der Welt". Ist also das Sexualleben in
der Partnerschaft gestört, ist das oft ein Zeichen einer Gefühlskrise.
Ab
wann darf man/frau Sex haben? Das
Durchschnittsalter in dem Burschen und Mädchen das erste mal sexuelle Erfahrungen
sammeln, liegt statistisch bei etwa 15 Jahren, wobei die Mädchen zumeist
früher erste Erfahrungen machen als die Burschen. Zunächst
einmal ist es ganz wichtig, dass niemand gegen seinen Willen zum Sex gezwungen
werden darf. Bei heterosexuellen Beziehungen in Österreich gilt: Wenn
Sie und Ihr Partner unter 14 sind und sie miteinander schlafen wollen, hat das
keine Folgen. Sie sind noch straffrei und die Eltern verantwortlich. Wenn Sie
unter 14 sind, ihr Partner aber älter, dann ist das strafbar, auch wenn sie
selbst die Initiative ergreifen. Wenn Sie zwischen 14 und 16 sind, und ihr Freund
über 21, dann ist das auch strafbar, wenn jemand Anzeige erstattet. Generell
ist also fast alles gesetzlich in Ordnung, wenn Sie über 14 sind und wirklich
alles ist erlaubt, wenn Sie über 16 sind. Eine andere Frage ist die der Reife:
Sex vor diesem Alter sollten Sie wirklich gründlich überdenken und nichts
überstürzen. Anders
war dies lange bei homosexuellen (gleichgeschlechtlichen) Beziehungen,
die unter eine Sonderbestimmung (§ 209 des österreichischen Strafgesetzbuches)
fielen. Der Wortlaut war: Eine Person männlichen Geschlechts, die nach Vollendung
des neunzehnten Lebensjahres mit einer Person, die das vierzehnte, aber noch nicht
das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat, gleichgeschlechtliche Unzucht treibt,
ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.
Jungen zwischen 14 und 18 Jahren durften daher keine Beziehung mit einem über
19jährigen eingehen. Taten sie es dennoch, riskierte der Partner zwischen
6 Monaten und 5 Jahren Gefängnis. Lesben werden vom Gesetzgeber gar nicht
erst ernst genommen. Bei ihnen könne man ohnehin nicht zwischen Sex und Körperpflege
unterscheiden, heißt es in der Regierungsvorlage 1970. Deshalb gilt für
sie keine besondere höhere Altersgrenze, sondern ebenfalls die allgemeine
von 14 Jahren. Weitere Infos zum umstrittenen Paragraph 209 gibt es
hier.
Der Paragraf 209 hatte also für homosexuelle Kontakte zwischen erwachsenen
Männern und Jugendlichen ein "Schutzalter" von 18 Jahren definiert,
während für heterosexuelle und lesbische Beziehungen eine Altersgrenze
von lediglich 14 Jahren vorgesehen war. Die diskriminierende Strafbestimmung bescherte
Österreich mehrere Verurteilungen durch den Europäischen Gerichtshof
für Menschenrechte und
wurde folglich durch den Verfassungsgerichtshof als verfassungswidrig aufgehoben
und ist am 14.08.2002 außer Kraft getreten. Das
sogenannte "anti-homosexuelle Sonderstrafgesetz" ist aber nicht ersatzlos
gestrichen worden, sondern es hat die Parlamentsmehrheit aus ÖVP und FPÖ
gegen den erheblichen Widerstand von Expertenseite, der Jugendorganisationen und
des größten Teils der Öffentlichkeit, eine Ersatzbestimmung, §
207b StGB (eine - diesmal - geschlechtsneutral formulierte Strafbestimmung
über den "Missbrauch von Jugendlichen"), geschaffen: Wer unter
Ausnützung ihrer "mangelnden Reife sowie seiner altersbedingten Überlegenheit"
Sex mit unter 16-jährigen Jugendlichen hat, wird demnach mit bis zu einem
Jahr Haft bestraft. Bis zu drei Jahre Haft drohen, wenn dies unter Ausnützung
einer Zwangslage geschieht. Wer unter 18-Jährigen ein "Entgelt"
für Sex bietet, muss mit bis zu drei Jahren Haft rechnen.
Ab wann wird Sex zur Sucht? Rein
statistisch gesehen (Kinsey-Report, Werte für Frauen und Männern) -
sofern man hier überhaupt mit Statistiken arbeiten kann - liegt der Durchschnitt
bei unter 30jährigen bei 4mal in der Woche, bei 40jährigen um die 2,5
mal und ab 60 Jahren immerhin noch bei 1,7 mal in der Woche. Sie sind aber nicht
"krank", sollte Ihre Zahl nicht in einem dieser Bereiche liegen. Hat
Mann/Frau nun öfter Geschlechtsverkehr und seinen Spaß daran ist das
keine Sexsucht. Von der Sexsucht spricht man erst dann, wenn der Sextrieb lebensbestimmend
wird. D.h. sollte eine Frau oder ein Mann Sex nicht mehr als erfüllend empfinden
und ist ständig auf der Suche nach der Befriedigung, dann erst ist das ein
klares Zeichen einer Nymphomanie (Frau) oder eines Don Juan Effektes (Mann). Eine
Therapie bei einem PsychologenIn ist in diesem Fall anzuraten.
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Ist
Sex wirklich gesund? Ja
sicher! Durch regelmäßigen Sex sinkt bei Männern das Herzinfarkt-Risiko
um 170%. Sexuell aktive Frauen haben durch den erhöhten Hormonspiegel
ein deutlich verringertes Risiko für Monatsbeschwerden, Gefäßverkalkung
und Osteoporose. Bei Frauen beugt der Östrogen-Schub angeblich sogar Cellulite
vor. Genaueres zu diesem Thema finden Sie im Artikel
Sex
wirkt wie Medizin. Wie
lange sollte der Sex dauern? Also,
gleich einmal vorweg, hier handelt es sich nicht um eine olympische Disziplin!
Auch wenn hier gilt: "Dabei sein ist alles", müssen Sie nicht nach
einer Goldmedaille streben und als erster durchs Ziel gehen. Die ungefähr
Dauer sollte zwischen einer Minute und 24 Stunden liegen, je nach Lust und Ausdauer.
Wichtig ist, dass beide Partner auf ihre "Rechnung" kommen und Spaß
haben. Auch eine Befriedigung ohne Orgasmus ist möglich. Sonst
noch was? Die
Lieblingsstellung der Frau ist "Oben auf", da sie hier durch die Bewegungen
ihre Lust Steuern kann. Männer mögen eher die Abwechslung bei der Wahl
Ihrer
Liebespositionen
und
Sexstellungen.
Beim Sex ist alles erlaubt, sofern der Partner nicht darunter leidet. Reden Sie
deshalb offen mit Ihrem Partner über Ihre Vorlieben und Phantasien, scheuen
Sie sich nicht Ihre eigenen Wünsche zum Thema
Sexualpraktiken
anzusprechen, vielleicht können Sie ungeahnte gemeinsame Sehnsüchte
und Bedürfnisse entdecken. Fix ist aber auch, dass die Partnerin/der Partner
keinesfalls zu Praktiken genötigt werden soll, die sie/er nicht aus freien
Stücken ausprobieren möchte. Apropos
reden: Neu
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unserer Plattform offen und anonym über Sex reden (schreiben) können.
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sondern ganz besonders erwünscht... LINKTIPPS:
.... Lust & Liebe-Corner
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Sexualität & Partnerschaft: das erste Mal
.... Sexualität,
Gesundheit & Geschlecht
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